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Sonntag, 5. Juli 2009

...Toyota Museum in Nagoya...

Auf zum Museum, hieß es am Sonntag! Ok, ganz so enthusiatisch waren Anne und ich nicht, denn Alex hatte sich das Toyota Museum gewünscht - Autos, Autos... :( aber erstmal gab es Webstühle zu sehen. Toyota ist neben der Autoindustrie nämlich auch schon sehr lange in der Textilindustrie tätig! Also gab es glücklicherweise neben Autos auch anderes zu sehen!
Dabei ging es um die geschichtliche und industrielle Weiterentwicklung des Unternehmens. Den Anfang bildeten die Handspindeln und Hand/Fußwebstühle - am Ende lief das natürlich in einem ganz anderen Maßstab rein maschinell ab. Postiv ist anzumerken, dass in dem Museum immer eine englische Erklärung zu finden war, außerdem war das Personal sehr freundlich und konnte auch Englisch sprechen. Nach dem Textilteil kam dann der Automobilsalon, riesig, mit gaaanz viel Technik...
Man konnte an jeder Station auch aktiv mitmachen, lenken, bremsen, hupen, schalten, ... Und für Schulkinder gabs auch noch viel mehr zu tun! Die durften kleine Modellautos zusammenbauen, ... außerdem gab es ein Technoland - ein Paradies für Kinder. Dort konnte man ganz viel selbst ausprobieren, Anne und ich waren im Windkanal und haben uns ordentlich durchpusten lassen. Danach saß meine Frisur perfekt :)

...Inuyama...

Schon während der letzten Woche haben Anne und ich uns vorgenommen am Wochenende nach Inuyama zu fahren. Inuyama ist ein kleines Städtchen ca. 30km nördlich von Nagoya. Es liegt nicht mehr im Subway Gebiet, somit mussten wir das erste mal alleine mit einer privaten Gesellschaft fahren. Zudem waren wir nicht ganz alleine, Alex, ein SCHOTTISCHER Doktorand sollte uns begleiten! Den haben wir am Freitag "kennengelernt", wir waren auf einer Mini-Konferenz in einem Hotel in Nagoya, anlässlich einer Kooperation zwischen der Uni Edinbourgh und der Uni Nagoya. Prof. Awaga fragte uns beim Buffet mit ihm im Schlepptau, ob wir ihm nicht die Stadt am Wochenende zeigen könnten. Uns blieb ja quasi nichts anderes übrig als zuzusagen :). Am Samstag morgen haben wir Alex brav vom Hotel abgeholt und sind dann mit der Subway zum Hauptbahnhof und dann mit der "Meitetsu-Linie" nach Inuyama gefahren! Wir hatten kleinere Gleisprobleme, "häh, wo müssen wir jetzt hin???", haben es aber doch gut gemeistert. In Inuyama angekommen, sind wir erst mal wie es sich gehört zur Touristen Information und haben uns mit Material eingedeckt. Was wir schon vorher aus dem Internet wussten, dass es dort einen großen Fluss gibt, den Nihon Rhein, nach dem deutschen Rhein benannt (total crazy die Japaner!), auf dem man unter anderem Bootsfahrten und Kormoran Fischer Touren buchen konnte. Wir haben uns für die "rapid Rhine Tour" entschieden. Aber erstmal zum Fluss finden :) ... da das Städtchen so klein war, gabs keine Subway und auch kaum Busse. Also sind wir gelaufen und haben irgendwann zum Fluss gefunden und auch irgendwie das Office, wo die Shuttle Busse zur Abfahrtsstelle der Boote abgefahren sind. Nach ca. 20 minütiger Fahrt sind wir dann angekommen und dann gings nach einer ca. weiteren halben Stunde los! Wir mal wieder alleine unter Japanern :)

Es gab einen Steuermann hinten und einen Vogelfütterer/Anekdotenerzähler vorne. Zuerst wurden von dem Mann im vorderen Teil des Bootes Vögel mit Brot gefüttert. Er hat das Brot einfach in die Luft geworfen und die Adlerartigen Vögel haben aus der Luft mit ihren Krallen geschnappt und dann gefressen. War schon cool anzuschauen :).
Nach der kleinen Showeinlage wurde die Fahrt dann auch etwas turbulenter :), man konnte sich mit einem grünen Tuch vor dem spritzenden Wasser schützen - was man aber gar nicht gebraucht hätte! So turbulent wars nämlich gar nicht - außerdem war es soo heiß, dass wir eine Abkühlung gut hätten gebrauchen können!
An manchen Stellen war der Fluss dem Rhein doch sehr ähnlich, auf jeden Fall hatte mein einen guten Ausblick auf die tolle Natur rund um den Fluss!
Nach der tollen Bootsfahrt, sind wir zum MONKEY PARK gelaufen.
Alex hatte sich dafür entschieden, ich hätte ja lieber das Schloss von Inuyama besichtigt, aber er wollte unbedingt Affen sehen... Wir waren ja schon im Nagoya Zoo und die Tierhaltung hier ist ja nicht immer so toll mit anzuschauen! In diesem Tierpark gab es glückliche und traurige Affen - manche hatte wirklich das Glück ein Freigehege mit viiiel Platz zur Verfügung zu haben, andere wiederum waren sehr beengt untergebracht! Deshalb seht ihr auch nur Bilder von den freilebenden Affen!
Die Makaken waren darauf trainiert Futter von uns Menschen zu fangen. Nach Hierarchie haben sich diese auf dem Gerüst angeordnet und um Futter gebettelt. Ein Pfleger ist stets mit einem Eimer rumgelaufen, so dass man selbst versuchen konnte den Affen das Futter zuzuwerfen. Den Gorilla habe ich nicht lebend fotographiert, weil er so traurig und einsam aussah, deshalb hier nur eine Statue!
Meine absoluten Favoriten waren die Meerkatzen! Die haben sich wirklich völlig frei auf dem ihrem Gelände bewegt. Einer ist mir fast auf den "Sonnenschirm" gehüpft :), der der so relaxed auf dem Sonnensegel liegt!
Nach dem Monkey Park gings weiter zu dem Narita Sonnentempel, wir mussten Alex ja schließlich auch die traditionelle Seite von Japan zeigen :)... heir einfach nur die Bilder :)

Sonntag, 28. Juni 2009

...Kyoto...京都市

...Endlich nach Kyoto...

Immerhin sind wir mittlerweile schon gute 4 Wochen hier und haben es bisher noch nicht geschafft außerhalb von Nagoya auf Seightseeing Tour zu gehen. Nach etwas längerer Diskussion (wo, wann, wie, wie wird das Wetter???) über unser Seightseeing Programm an, ging es Sonntag morgens am verabredeten Treffpunkt um Punkt 9:00 Uhr (9:10 nach Awaga time, der hat seine Uhr im Büro nämlich 10 Minuten vorgestellt, dass man ein schlechtes Gewissen bekommt) los zu unserem Tagestrip nach 京都市! Wir waren zu viert, Anne und ich, Prof. Halcrow und Prof. Awaga. Vom Nagoya Hauptbahnhof sind wir mit dem Shinkansen - Nozomi- (dem schnellsten Zug Japans) nach Kyoto gedüst! Kein Zwischenstop - in nur 40 Minuten - super komfortabel - echt viel Beinfreiheit - selbst für uns Europäer. Da kann sich die Deutsche Bahn mal ne Scheibe von abschneiden. Man musste sich wie immer, an einer bestimmten Stelle am Bahnsteig anstellen, da hält der Zug mit dem angezeigten Wagen, dann aber auch mit Sicherheit an. Außerdem kommen die Züge IMMER pünktlich!!!! Wie auch die U-Bahnen, wie auch immer die Verkehrsgesellschaften das bewerkstelligen! OK, nach 40 Minuten raus aus dem Zug, und rein ins Getümmel. Voller Erwartung auf das richtige traditionelle Japan, von dem jeder der Kyoto erwähnt, spricht. Dannn die Ernüchterung - die Stadt sah auch nicht toller aus als Nagoya. Aber so stand das ja auch schon im Reiseführer... :( Wir sind dann mit dem Bus (mit keinem richtigen Stadt- oder Busplan) zu unserer ersten Station gefahren. Wieder erstmal ungewohnt - man steigt hinten im Bus ein und vorne aus, d.h., dass man auch erst bei Verlassen des Busses bezahlt. Wir hatten aber sowieso ein Tagesticket, dass es sehr günstig für 500Yen zu kaufen gab. Kyoto besitzt nur 2 U-Bahnlinien - eine von West nach Ost - und die andere von Süd nach Nord, alle nicht an den U-Bahn Stationen gelegenen Orte fährt man mit dem Bus an. Aber zurück zu unserem ersten Ziel - dem Kinkako-ji, der goldene Pavillion, 金閣寺. Nach einer unendlichen Busfahrt, von dem südlich gelegenen Hauptbahnhof zu dem nördl-westlich gelegenen Kinkako-ji kamen wir endlich an. In den Haupttouristenzeiten ist es wohl fast unmöglich diesen Pavillion zu besichtigen (Frühling -Kirschblüte und Herbst-tolles Farbenspiel der Bäume). Obwohl ich fand, dass schon viel los war. Außerdem bemerkenswert, es gibt in Japan tatsächlich auch Nicht-japanische Touristen. Aber gut, bisher waren wir ja auch nur in Nagoya unterwegs, was für viele Ausländer touristisch zu uninteressant ist! Beim Pavillion angekommen waren wir erstmal überwältigt! So haben wir uns doch Kyoto schon eher vorgestellt. Man muss eben als Tourist beachten, dass die wirklich schönen Ecken sich in den Außenbezirken von Kyoto befinden - mitten in der Natur. Der Tempel befindet sich in einem großen Park, in dem Park gibt es noch weiter kleine Tempel, denn man merke sich: wo einer ist - können mehr davon nicht weit sein :). Un der Blick auf den Tempel war einfach toll, das Gold hat richtig schön geleuchtet, und mit den vielen Bäumen als Hintergrund - einfach toll. Zudem steht der Pavillion noch im Wasser, was die ganze Szenerie noch toller erscheinen lässt.
Wir hatten auch mit dem Wetter sowas von Glück, denn eigentlich hatten wir uns auf regen eingestellt. Laut japanischem Wetterbericht, der sehr präzise ist (O-Ton Awaga), lag die Regenwahrscheinlichkeit bei 50%. Aber keine Spur von schlechtem Wetter, wir hatten strahlend blauen Himmel, Schäfchenwolken und gefühlte 35°C. Wir waren natürlich für so tolles Wetter gar nicht richtig angezogen :(, total doof. Wir haben gut geschwitzt ... puuh... mit langer Hose, geschlossenen Schuhen und T-Shirt! Prof. Awaga immer im guten Tempo voraus, der hat den Pavillion bestimmt schon oft gesehen, waren wir immer etwas hinter ihm, weil wir ja entsprechend viele Fotos machen wollten. Prof. Halcrow hat sich sogar noch mehr Zeit als wir beide gelassen, da er ne super Spiegelreflexkamera, mit verschiedenen Objektiven und allem Pipapo dabei hatte.
Vom goldenen Pavillion aus sind wir mit dem Bus 2 Haltestellen weitergefahren zu dem Ryoan-ji Tempel, dem „Tempel des zur Ruhe gekommenen Drachen“, 龍安寺 mit dazugehörigem Zen-Garten (ein Steingarten). Das Gebäude zu dem Steingarten wir momentan auch restauriert, das heißt, dass wir auch hier eine Baustelle besichtigt haben. Man hatte nur den Ausblick auf den halben Zen Garten. Zu den Tempeln hier ist noch zu sagen, dass man bei diesen vor Betreten die Schuhe ausziehen muss! Man läuft also Barfuß oder mit Strümpfen über das ganze Gelände, was aber eigentlich sehr angenehm und entspannend ist. Der Zen Garten ist für Meditation und zur Entspannung gedacht - man kann also Eins werden mit der Natur! Was aber bei soviel Touristen nur schlecht möglich ist :)
Nächstes Ziel war das Mittagessen! :) Danach gings direkt gegenüber vom Restaurant zum Ninnaji Tempel, 仁和寺, der schon mit seinem riesigen Eingangstor beeindruckte. Ein touristisch nicht überlaufenen, sehr idyllischer Tempelkomplex. Die wunderschöne Parkanlage drumherum geizt nicht mit Kirschbäumen, bei der Kirschblüte bestimmt traumhaft anzusehen. Zudem befindet sich in dem Park noch eine 5 stöckige Pagode und weiter kleine Tempelanlagen.
Sind dann zum Schloss Nijo-ji, 二条城, mit dem Bus gefahren. Da wir aber keinen Plan hatten, haben wir uns deshalb kurzentschlossen in eine Linie reingesetzt und kamen dann auch an, nur 300m Fußweg zum Schloss von der Haltestelle aus. Glück gehabt, gut Prof. Awaga kennt sich ja auch ein wenig aus in Kyoto. Auch dieses Schloss wurde vor ein paar Jahren zum Unesco Weltkulturerbe erklärt. Dieses Schloss ist echt beeindruckend, wenn man die heiligen Hallen - ohne Schuhe - betritt, hört man gleich was es mit dem mysteriösen Nachtigallenparkett, womit der gesamte Boden ausgestattet ist, aus sich hat. Sobald man dieses betritt gibt es seltsame Laute von sich, so als würden Nachtigallen singen. (Habe selbst noch keine bewusst gehört, kann es also nicht beurteilen) Dieses Parkett wurde zum Aufspüren von feindlichen Angreifern eingebaut, die somit nicht lautlos in´s Schloss eindringen konnten.
Die letzte Station, haben wir dann mit dem Taxi erreicht: Kiyomizu Tempel, 清水寺. Das Taxi hat uns an einem Berg rausgelassen, den wir dann erstmal zu Fuß weiter erklimmen mussten. Die Straße wurde sehr eng, dass sowieso kein Auto mehr durchfahren hätte können. Dieser Tempel ist wohl der berühmteste Kyotos. Dementsprechen war auch viel los, schon auf der Straße zum Tempel hin. Hunderte von Souvenirshops haben diese Straße eingeschlossen, wenn da das Touristenherz nicht höher schlägt. Wir waren ja aber in Begleitung zweier Männer, die dafür keinen Sinn hatten und somit sind wir ohne Abstecher in die Läden direkt zum Tempel gepilgert. Die Bilder, die ihr zuerst seht, sind nur wieder kleine Tempel, die um den eigentlichen gebaut sind. Der Kiyomizu Tempel ist auf eine riesegen Holzkonstruktion gebaut worden. Was auf den Bildern nicht so richtig sichtbar wird.
Am Fuße des Tempels gab es eine Quelle mit heiligem Wasser, das man trinken konnte. Die Gelegenheit haben wir natürlich nicht ausgelassen, wann kommt man schließlich mal dazu heiliges Wasser zu trinken. Danach sind wir wieder zurück zum Hauptbahnhof von Kyoto gefahren und wieder mit dem Shinkansen zurück nach Nagoya. Es war ein wunderschöner Tagesausflug, aber auch sehr anstrengend. Ich freue mich schon, wenn wir später im August nochmal für ein paar mehr Tage nach Kyoto reisen und noch mehr von den kulturell tollen Bauwerken besichtigen können!