...Endlich nach Kyoto...
Immerhin sind wir mittlerweile schon gute 4 Wochen hier und haben es bisher noch nicht geschafft außerhalb von Nagoya auf Seightseeing Tour zu gehen. Nach etwas längerer Diskussion (wo, wann, wie, wie wird das Wetter???) über unser Seightseeing Programm an, ging es Sonntag morgens am verabredeten Treffpunkt um Punkt 9:00 Uhr (9:10 nach Awaga time, der hat seine Uhr im Büro nämlich 10 Minuten vorgestellt, dass man ein schlechtes Gewissen bekommt) los zu unserem Tagestrip nach 京都市! Wir waren zu viert, Anne und ich, Prof. Halcrow und Prof. Awaga. Vom Nagoya Hauptbahnhof sind wir mit dem Shinkansen - Nozomi- (dem schnellsten Zug Japans) nach Kyoto gedüst! Kein Zwischenstop - in nur 40 Minuten - super komfortabel - echt viel Beinfreiheit - selbst für uns Europäer. Da kann sich die Deutsche Bahn mal ne Scheibe von abschneiden. Man musste sich wie immer, an einer bestimmten Stelle am Bahnsteig anstellen, da hält der Zug mit dem angezeigten Wagen, dann aber auch mit Sicherheit an. Außerdem kommen die Züge IMMER pünktlich!!!! Wie auch die U-Bahnen, wie auch immer die Verkehrsgesellschaften das bewerkstelligen! OK, nach 40 Minuten raus aus dem Zug, und rein ins Getümmel. Voller Erwartung auf das richtige traditionelle Japan, von dem jeder der Kyoto erwähnt, spricht. Dannn die Ernüchterung - die Stadt sah auch nicht toller aus als Nagoya. Aber so stand das ja auch schon im Reiseführer... :( Wir sind dann mit dem Bus (mit keinem richtigen Stadt- oder Busplan) zu unserer ersten Station gefahren. Wieder erstmal ungewohnt - man steigt hinten im Bus ein und vorne aus, d.h., dass man auch erst bei Verlassen des Busses bezahlt. Wir hatten aber sowieso ein Tagesticket, dass es sehr günstig für 500Yen zu kaufen gab. Kyoto besitzt nur 2 U-Bahnlinien - eine von West nach Ost - und die andere von Süd nach Nord, alle nicht an den U-Bahn Stationen gelegenen Orte fährt man mit dem Bus an. Aber zurück zu unserem ersten Ziel - dem Kinkako-ji, der goldene Pavillion, 金閣寺. Nach einer unendlichen Busfahrt, von dem südlich gelegenen Hauptbahnhof zu dem nördl-westlich gelegenen Kinkako-ji kamen wir endlich an. In den Haupttouristenzeiten ist es wohl fast unmöglich diesen Pavillion zu besichtigen (Frühling -Kirschblüte und Herbst-tolles Farbenspiel der Bäume). Obwohl ich fand, dass schon viel los war. Außerdem bemerkenswert, es gibt in Japan tatsächlich auch Nicht-japanische Touristen. Aber gut, bisher waren wir ja auch nur in Nagoya unterwegs, was für viele Ausländer touristisch zu uninteressant ist! Beim Pavillion angekommen waren wir erstmal überwältigt! So haben wir uns doch Kyoto schon eher vorgestellt. Man muss eben als Tourist beachten, dass die wirklich schönen Ecken sich in den Außenbezirken von Kyoto befinden - mitten in der Natur. Der Tempel befindet sich in einem großen Park, in dem Park gibt es noch weiter kleine Tempel, denn man merke sich: wo einer ist - können mehr davon nicht weit sein :). Un der Blick auf den Tempel war einfach toll, das Gold hat richtig schön geleuchtet, und mit den vielen Bäumen als Hintergrund - einfach toll. Zudem steht der Pavillion noch im Wasser, was die ganze Szenerie noch toller erscheinen lässt.


Wir hatten auch mit dem Wetter sowas von Glück, denn eigentlich hatten wir uns auf regen eingestellt. Laut japanischem Wetterbericht, der sehr präzise ist (O-Ton Awaga), lag die Regenwahrscheinlichkeit bei 50%. Aber keine Spur von schlechtem Wetter, wir hatten strahlend blauen Himmel, Schäfchenwolken und gefühlte 35°C. Wir waren natürlich für so tolles Wetter gar nicht richtig angezogen :(, total doof. Wir haben gut geschwitzt ... puuh... mit langer Hose, geschlossenen Schuhen und T-Shirt! Prof. Awaga immer im guten Tempo voraus, der hat den Pavillion bestimmt schon oft gesehen, waren wir immer etwas hinter ihm, weil wir ja entsprechend viele Fotos machen wollten. Prof. Halcrow hat sich sogar noch mehr Zeit als wir beide gelassen, da er ne super Spiegelreflexkamera, mit verschiedenen Objektiven und allem Pipapo dabei hatte.
Vom goldenen Pavillion aus sind wir mit dem Bus 2 Haltestellen weitergefahren zu dem Ryoan-ji Tempel, dem „Tempel des zur Ruhe gekommenen Drachen“,
龍安寺 mit dazugehörigem Zen-Garten (ein Steingarten). Das Gebäude zu dem Steingarten wir momentan auch restauriert, das heißt, dass wir auch hier eine Baustelle besichtigt haben. Man hatte nur den Ausblick auf den halben Zen Garten. Zu den Tempeln hier ist noch zu sagen, dass man bei diesen vor Betreten die Schuhe ausziehen muss! Man läuft also Barfuß oder mit Strümpfen über das ganze Gelände, was aber eigentlich sehr angenehm und entspannend ist. Der Zen Garten ist für Meditation und zur Entspannung gedacht - man kann also Eins werden mit der Natur! Was aber bei soviel Touristen nur schlecht möglich ist :)

Nächstes Ziel war das Mittagessen! :) Danach gings direkt gegenüber vom Restaurant zum Ninnaji Tempel,
仁和寺, der schon mit seinem riesigen Eingangstor beeindruckte. Ein touristisch nicht überlaufenen, sehr idyllischer Tempelkomplex. Die wunderschöne Parkanlage drumherum geizt nicht mit Kirschbäumen, bei der Kirschblüte bestimmt traumhaft anzusehen. Zudem befindet sich in dem Park noch eine 5 stöckige Pagode und weiter kleine Tempelanlagen.
Sind dann zum Schloss Nijo-ji,
二条城, ,mit dem Bus gefahren. Da wir aber keinen Plan hatten, haben wir uns deshalb kurzentschlossen in eine Linie reingesetzt und kamen dann auch an, nur 300m Fußweg zum Schloss von der Haltestelle aus. Glück gehabt, gut Prof. Awaga kennt sich ja auch ein wenig aus in Kyoto. Auch dieses Schloss wurde vor ein paar Jahren zum Unesco Weltkulturerbe erklärt. Dieses Schloss ist echt beeindruckend, wenn man die heiligen Hallen - ohne Schuhe - betritt, hört man gleich was es mit dem mysteriösen Nachtigallenparkett, womit der gesamte Boden ausgestattet ist, aus sich hat. Sobald man dieses betritt gibt es seltsame Laute von sich, so als würden Nachtigallen singen. (Habe selbst noch keine bewusst gehört, kann es also nicht beurteilen) Dieses Parkett wurde zum Aufspüren von feindlichen Angreifern eingebaut, die somit nicht lautlos in´s Schloss eindringen konnten.
Die letzte Station, haben wir dann mit dem Taxi erreicht: Kiyomizu Tempel,
清水寺. Das Taxi hat uns an einem Berg rausgelassen, den wir dann erstmal zu Fuß weiter erklimmen mussten. Die Straße wurde sehr eng, dass sowieso kein Auto mehr durchfahren hätte können. Dieser Tempel ist wohl der berühmteste Kyotos. Dementsprechen war auch viel los, schon auf der Straße zum Tempel hin. Hunderte von Souvenirshops haben diese Straße eingeschlossen, wenn da das Touristenherz nicht höher schlägt. Wir waren ja aber in Begleitung zweier Männer, die dafür keinen Sinn hatten und somit sind wir ohne Abstecher in die Läden direkt zum Tempel gepilgert. Die Bilder, die ihr zuerst seht, sind nur wieder kleine Tempel, die um den eigentlichen gebaut sind. Der Kiyomizu Tempel ist auf eine riesegen Holzkonstruktion gebaut worden. Was auf den Bildern nicht so richtig sichtbar wird.



Am Fuße des Tempels gab es eine Quelle mit heiligem Wasser, das man trinken konnte. Die Gelegenheit haben wir natürlich nicht ausgelassen, wann kommt man schließlich mal dazu heiliges Wasser zu trinken. Danach sind wir wieder zurück zum Hauptbahnhof von Kyoto gefahren und wieder mit dem Shinkansen zurück nach Nagoya. Es war ein wunderschöner Tagesausflug, aber auch sehr anstrengend. Ich freue mich schon, wenn wir später im August nochmal für ein paar mehr Tage nach Kyoto reisen und noch mehr von den kulturell tollen Bauwerken besichtigen können!